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Alternative Rock: Genre, Geschichte, Merkmale, Künstler & Songs

Lust auf echte Musik abseits des Einheitsbreis? Wir nehmen euch mit auf eine Reise durch den Alternative Rock – von Underground-Wurzeln bis zu den Hymnen einer ganzen Generation.

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Alternative

Die besten Alternative Rock Hits: Schön schräg und herrlich anders!

Schön schräg und herrlich anders!

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Definition: Was ist Alternative-Rock?

Vergesst den polierten Chart-Sound!
Alternative-Rock war der Mittelfinger der 80er Jahre gegen den kommerziellen Einheitsbrei. Es ging überhaupt nicht darum, Platinplatten zu machen, sondern um rohe Emotionen und Unabhängigkeit. 

Was als Nischen-Sound in Independent-Labels begann, wurde zur Stimme all jener, die sich im normalen Mainstream nicht wiederfanden. "Alternative" ist also kein starres Korsett, sondern die Freiheit, Musik so zu machen, wie es sich anfühlt: ungeschminkt und echt. 

Was macht Alternative-Rock aus? Die klassischen Merkmale

Im Alternative-Rock wird nicht nach Noten getanzt, sondern nach Gefühl geschrieben und geschrien. Das zeichnet den alternativen Sound aus: 

Dynamik-Explosionen: Der klassische Wechsel zwischen melancholischem Geflüster in der Strophe und einer gewaltigen Wall of Sound aus verzerrten Gitarren im Refrain. 

Keine Maskerade: Weg mit dem Glitzer der 80er. Flanellhemden, zerrissene Jeans und schweißtreibende Authentizität sind die Uniform. 

Texte mit Narben: Es geht um das, was wehtut – Entfremdung, Weltschmerz, Liebeskummer und die Suche nach dem eigenen Platz in einer kaputten und lauten Welt. 

DIY-Spirit: Das Coole an Alternative Rock? Wenn es kein Label macht, dann macht man es eben selbst. Der Sound ist oft rau, ungeschliffen und herrlich unperfekt. Perfekt abgemixt? Nö, ist egal! 

Geschichte: Die Ursprünge des Alternative-Rocks

Die Geschichte des Alternative Rocks ist alles andere als ein gerader Weg, sondern eher ein herrlich dreckiger Pfad abseits der asphaltierten Mainstream-Autobahnen. Alles begann Ende der 70er und Anfang der 80er, als die erste große Flamme des Punks leicht erlosch und eine Leere hinterließ, die dringend gefüllt werden musste. Während damalige Radios mit weichgespültem Pop und überproduziertem Stadionrock vollgestopft waren, braute sich im Untergrund des Rocks etwas zusammen.

Die Ära der Pioniere (80er)

Bevor „Alternative“ zum Markenzeichen wurde, nannte man den Sound oft schlicht „College Rock“ oder "Indie“ In den frühen 80ern gab es eine Handvoll Bands, die keine Lust auf die glattpolierten Synthies des Mainstreams hatten. Sie griffen zurück zu den Gitarren, mischten sie mit der rohen Energie des Punks und einer ordentlichen Portion Eigenwilligkeit.

In den USA und Großbritannien entstand ein riesiges Netzwerk aus Independent-Labels, kleinen Clubs und College-Radiostationen. Die Chartplatzierung war hier schei* egal, hier zählte nur die Attitüde. In Athens, Georgia, erfanden R.E.M. den Jangle-Pop und zeigten, dass man auch mit leisen Tönen ein bisschen rebellisch sein kann. Zeitgleich prügelten Bands wie Hüsker Dü oder The Replacements heftige Energien in ihre Songs und legten Grundstein für das, was später als "Indie" bekannt wurde. In England hingegen tauchten Bands wie The Smiths oder The Cure die Rockmusik in tiefe Melancholie und bewiesen auch dort, dass Rocker auch Gefühle zeigen dürfen. 

Der Urknall (90er)

Booooom, das Jahr 1991 war da und alles änderte sich!

Mit der Veröffentlichung von Nirvanas Nevermind riss eine gigantische Welle aus Seattle alles mit sich fort, was vorher als cool galt. Der Grunge war geboren und plötzlich trug die ganze Welt Flanellhemden und zerrissene Jeans. Grunge war laut, hässlich und verzweifelt - und genau deshalb traf er den Nerv der 90er-Generation. Bands wie Pearl Jam, Soundgarden und Alice In Chains machten den Alternative-Rock über Nacht zur globalen Weltmacht. Das Negative daran? Der Rock-Untergrund war plötzlich im Mainstream angekommen, was für viele Musiker einen inneren Konflikt bedeutete – wie bleibt man "alternative", wenn man Millionen von Platten verkauft?

Vielfalt und Zersplitterung (Die späten 90er bis heute)

Nach dem Ende der Grunge-Ära fächerte sich das Genre in unzählige Richtungen auf. In Großbritannien antwortete man auf den US-Boom mit Britpop von OASIS und Blur. Gleichzeitig experimentierten Bands wie Radiohead mit elektronischen Elementen und sprengten die Grenzen dessen, was man überhaupt alles mit einer verzerrten E-Gitarre anstellen kann. 

Um die Jahrtausendwende herum brachten Bands wie The White Stripes oder The Strokes den "Garage-Rock" zurück, während Emo- und Post-Punk-Revival-Sound die 2000er prägten Heute ist Alternative-Rock so vielfältig wie nie zuvor, was teilweise eine Einordnung in das Genre schwierig macht Alternative findet sich mittlerweile in den spährischen Klängen des Shoegaze ebenso wieder wie im brutalen Post-Hardcore. Alternative-Rock ist erwachsen geworden, hat aber seinen Kern bewahrt: Er ist und bleibt die musikalische Heimat für alle, denen die vorgefertigte Welt der Pop-Industrie zu eng und langweilig ist.

Ikonen: Das sind die wichtigsten Alternative-Rock Bands

  • Faith No More 
  • Sonic Youth 
  • Nirvana 
  • The Smiths
  • Jane's Addiction 
  • Weezer 
  • Pixies 
  • R.E.M. 
  • Smashing Pumpkins 
  • PJ Harvey 
  • R.E.M. Anton Corbijn - Warner Music Group

    R.E.M.

    Vom kleinen College-Radio in die ganz großen Arenen. Mit Verstand, politischem Rückgrat und Michael Stipes unverwechselbarer Stimme definierten sie den amerikanischen Alternative-Sound. Sie zeigten der Welt, dass Anspruch und Welterfolg sich nicht ausschließen.

  • Foto von Weezer ROCK ANTENNE

    Weezer

    Die Helden für alle Nerds und Brillenträger da draußen. Mit dicken Brillen und noch dickeren Riffs kombinierten sie Power-Pop mit einer ordentlichen Portion Selbstironie. Ein Beweis dafür, dass man kein cooler Outlaw sein muss, um die Charts zu rocken.

  • Faith No More Warner Music Group

    Faith No More


    Grenzgänger zwischen Metal, Funk und purem Wahnsinn. Mit Mike Pattons Mega-Stimme sprengten sie jede Genre-Schublade. Ein unberechenbarer Sound, der bewies, dass Alternative auch hart und schräg sein darf.

  • Sonic Youth Firso Gentsch / dpa

    Sonic Youth


    Die unangefochtenen Architekten des kontrollierten Lärms. Sie malträtierten ihre Gitarren mit Schraubenziehern, um völlig neue Klangwelten zu erschaffen. Ohne ihr Experimentier-Gen wäre der Indie-Rock heute nur halb so spannend.

  • Nirvana Universal

    Nirvana


    Drei Jungs, die mit einem einzigen Riff die Musikwelt in Schutt und Asche legten. Roh, verzweifelt und verdammt laut wurden sie zur Stimme einer ganzen Generation. Kurt Cobain schuf Hymnen, die auch Jahrzehnte später noch jede Faser eures Körpers vibrieren lassen.

  • The Smashing Pumpkins Linda Strawberry - Napalm Records

    Smashing Pumpkins

    Billy Corgan erschuf ein episches Geflecht aus orchestralem Bombast und verzerrtem Grunge. Zwischen zerbrechlicher Schönheit und brachialer Gewalt decken sie das gesamte emotionale Spektrum ab. Ein psychedelischer Trip, der euch so schnell nicht mehr loslässt.

Die 10 wichtigsten Alternative-Rock-Songs

Jane's Addiction - "The Mountain Song"

Nine Inch Nails - "Hurt"

PJ Harvey - "Rid Of Me"

Primus - "John The Fisherman"

Sonic Youth - "100%"

Pixies - "Where Is My Mind"

Weezer - "Say It Ain't So"

Garbage - "Only Happy When It Rains"

The Smiths - "How Soon Is Now?"

Faith No More - "Midlife Crisis"

Unsere Beiträge und Portraits zum Thema Alternative-Rock